Unterstützung der Rettungssanitäter-Ausbildung per Blog – ein White Paper


Einführung

Das Ziel, eine Kategorie als Nachschlage- und durchaus auch „Lernwerk“ für den Rettungssanitäter-Fachlehrgang zu erschaffen, war bereits Teil meines Jahresrückblicks 2019.

Schon zu diesem Zeitpunkt war klar: es wird zweifellos ein größeres Projekt. Es war aber auch klar: es wird sich lohnen.

Die thematisch angelehnte Kategorie „Kleines 1×1 des Rettungsdienstes“ ist nach wie vor die größte und gefragteste Kategorie meines Blogs – ein Grundinteresse zu diesen Themen scheint also vorhanden zu sein.

Problemstellung: Stand der RS-Ausbildung in den 2020ern

Wie schon in anderen Beiträgen, u.a. „Rettungssanitäter-Ausbildung auf dem Prüfstand“ beschrieben, ist die RS-Ausbildung aus heutiger Sicht oftmals weder fachlich noch didaktisch zeitgemäß.

Eine grundsätzliche Verbesserung ist auch nach Umsetzung der „Empfehlung für eine Verordnung über die Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern (RettSan-APrV) des Ausschusses Rettungswesen vom 11./12. Februar 2019“ nicht absehbar.

Probleme aus fachlicher Sicht stellen

  • unzureichende Abdeckung von Themen des Rettungsdienstalltags,
  • fehlende Berücksichtung der Tätigkeit im qualifizierten Krankentransport,
  • fehlende Berücksichtigung der Berufskunde, der Rahmenbedingungen rettungsdienstlicher Arbeit bzw. der Aufgabenstellung des Rettungssanitäters als Unterrichtsfach,
  • mangelhafte Berücksichtigung leitliniengerechter (Zu-)Arbeit und
  • sehr hohe fachliche Diskrepanz zwischen Notfallsanitäter- und Rettungssanitäter-Ausbildung

dar.

Probleme aus didaktischer Sicht sind unter anderem

  • kaum bis gar nicht aufeinander aufbauende Themen, fehlende Themenverknüpfung,
  • veraltete und fehlerhafte Lehrunterlagen,
  • hochgradig variable Lehrmeinungen, z.T. auch ohne oder mit widerlegter medizinisch-wissenschaftlicher Grundlage und vor allem
  • fehlender Praxisbezug.

Lösungsansatz: Unterstützung der theoretischen RS-Ausbildung per Blog

Ein frei zugänglicher, aktuell gehaltener Blog entsprechend des „Free Open Access Medical Education„-Prinzips, der genau die Kernprobleme in Angriff nimmt, soll die Ausbildung des Rettungssanitäters während des Fachlehrgangs unterstützen und mit Empfehlungen für Praxiscurricula Klinik- und Wachenausbildung strukturieren.

Wie funktioniert es?

Auf meinem Blog werden die klassischen Themen der Rettungssanitäter-Ausbildung präsentiert und sinnvoll miteinander verknüpft.

Die Themen bauen grundsätzlich aufeinander auf, um ein Lernen anhand des Blogs zu ermöglichen; sie sind allerdings auch so eigenständig, dass einzelne Themen für sich allein als „Nachschlagewerk“, auch wenn andere Lernunterlagen primär genutzt werden, funktionieren.

Die Leser bekommen am Anfang jedes Themas die Lernziele sowie ein Abstract des Themas präsentiert und alle üblicherweise prüfungs– und praxisrelevanten Themen als Kurzzusammenfassung am Ende.

Wie sieht der Aufbau aus?

Im Gegensatz zu klassischen Lehrgangseinsteigen wird eine unkonventioneller Einstieg in die Blog-Kategorie angestrebt. Im Wesentlichen wird die Lernreihenfolge aus „Was muss ein Rettungssanitäter können?“ berücksichtigt.

Grundlage des ersten Themenbereichs bilden rettungsdienstrelevante sowie allgemeine straf- und zivilrechtliche Grundlagen, Arbeitsschutz, Hygiene, Berufskunde für Rettungssanitäter, Funk und Einsatztaktik sowie eine Einführung in das Qualitätsmanagement.

Eine Wiederholung naturwissenschaftlicher Grundlagen stellt den Einstieg in den zweiten Themenbereich, der schwerpunktmäßig Anatomie und Physiologie als Thema hat, dar.

Der dritte Themenbereich umfasst vor allem diagnostische und grundlegende therapeutische rettungsdienstliche Maßnahmen und führt in gängige Arbeitsweisen und Schemata ein.

Der vierte Themenbereich umfasst die Pathophysiologie der wichtigsten Erkrankungen und Verletzungsmuster im Rettungsdienst, deren Differentialdiagnose, spezielle Therapie sowie die Dokumentation.

Last but not least: die Kombination der vorherigen Themenbereiche an Fallbeispielen entlang für die Prüfungsvorbereitung ergeben den fünften Themenbereich.

Schwierigkeiten

Eine passgenaue Umsetzung, die grundsätzlich die Lehrmeinungen aller Rettungsdienstschulen berücksichtigt ist nicht möglich.

Insofern muss die Kategorie als „Lernunterstützung“ und nicht als „Schulersatz“ während des Fachlehrgangs gesehen werden.

Eine umfassende praktische Beschreibung oder gar Ausbildung praktischer Skills lässt das Format eines Blogs, gerade im Sinne einer „One-Man-Show“ im nichtkommerziellen Bereich, leider nicht zu.

„Roadmap“

Beginn der ersten Beiträge zu dem Thema wird tendenziell das dritte Quartal 2020 sein. Vorher wird eine Themenübersicht erscheinen, in der die entsprechenden Themen präsentiert werden.

Aufgrund des mengenmäßigen und fachlichen Umfangs dieses Projekts rechne ich mit einer Dauer von mindestens einem Jahr – eher noch länger – bis zum Abschluss des Projekts. Als realistisch sehe ich einen Abschluss bis Ende 2021 an.

Diskussion & was sonst noch wichtig ist…

Wie findet ihr die Idee? Habt ihr Wünsche und Anregungen, die berücksichtigt werden sollen? Liegen euch bestimmte Themen besonders am Herzen?

Schreibt es in die Kommentare unter dem Beitrag! 😉

Unterstützung erwünscht!

Ihr habt selbst Rettungsdiensterfahrung, ein Händchen für’s „Wissen vermitteln“ und Spaß am Schreiben? Eure Unterstützung im Sinne einer Mitarbeit bei oder Übernahme eines Themas ist willkommen!

Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr euch gerne per PN über das Kontaktformular melden 🙂

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2 Kommentare zu „Unterstützung der Rettungssanitäter-Ausbildung per Blog – ein White Paper

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